Als Naturist ist man gerne nackig unterwegs, das Licht, die Luft und die Sonne ganzflächig genießen. Der Weg zur Arbeit wird im Sommerhalbjahr gerne mit dem Rad zurückgelegt, in der Regel immer mit nackten Anteilen.
Morgens am Großen Pönitzer See entlang und durch die Scharbeutzer Heide – einfach traumhaft, nachmittags am Barkauer See den Galloways Hallo sagen, der Weg zwischen Fassendorf und Groß Meinsdorf lässt sich auch immer nackig erleben. In diesem Jahr gelang es sogar zu früher Stunde, ganz wichtig: bevor die Schulkinder unterwegs sind! die Strecke vom heimatlichen Hof bis kurz vor die Arbeit komplett nackig zu radeln. Fußgänger sind dann nicht unterwegs, auch steht niemand an den Bushaltestellen und auf den von mir benutzten Wegen fahren auch nur wenige Autos. Die wollen in der Regel auch nur schnell weiter. So doppelt eingezwängt in Kleidung und Blech, das muss doch fürchterlich sein….
Wenn dann an einem Wochenende das Wetter optimal für eine Radtour ist, wird dieses gesattelt, Wasser und Müsliriegel in den Rucksack gepackt und eine Route „nicht gerade auf den Hauptwegen“ rausgesucht. Am 8.September war genau so ein Tag.

Erste Pause kurz hinter dem Sibbersdorfer See
Nördlich des Sibbersdorfer Ses konnte die Kleidung mit im Rucksack verstaut werden und es ging dann nackig zum Ukleisee, diesen westlich nicht direkt auf dem Hauptweg umrundet, über Kiebitzhörn und Krummsee nördlich um Malente bis zum Weg nach Hof Radlandsichten und über Timmdorf, Behl nach Plön. Dort an der ersten Häusern musste leider wieder etwas übergezogen werden. Aber schon kurz hinter der Fegetasche verschwand die Kleidung wieder im Rucksack und über Kleinmeinsdorf (einfach nackig zügig durchradelt) ging es südlich der B 76 entlang bis Dodau und dann dort durch den Wald zurück nach Eutin.
Warum ich hier den Weg so beschreibe? Nackt-radeln gibt einem etwas mehr Freiheit als Nackt-Wandern. Man ist zügiger unterwegs, in eventuell kritischen Begegnungen schnell vorbei. Wobei es solche hier nicht gab. Denn, wie so häufig, abseits der Hauptwege ist man häufig alleine im Wald und auf der Feldflur.
Und dann kam schon zügig der Herbst. Es wurde doch schon früh dieses Jahr so „grund-kalt“. Schien keine Sonne, war es schon frisch, im Schatten sowieso, die Sommerwärme war aus den Böden verschwunden. Bei einer Radtour Ende Oktober konnte dann aber doch noch an einer windgeschützten, sonnigen Ecke ein Licht- und Luftbad genossen werden.

Jetzt ist es Herbst, draußen ist es für größere naturistische Aktivitäten zu kalt, ja, der morgendliche Gang zum Thermometer geht immer noch nackig, geschlafen wird sowieso unbekleidet, warum soll ich mich gerade in dieser Erholungsphase durch Kleidung einengen lassen?
Pläne werden schon gemacht für 2025. Forststeig Sachen nackig? Mal schauen, was so am Rheinsteig oder Schwarzwälder Schluchtensteig nackig geht? TNT? Gerne wieder. Heidschnuckenweg? Bestimmt. Aber das wichtigste ich doch die Grundeinstellung, das akzeptieren des Körpers so wie er ist, diesem optimal Licht und Luft zukommen lassen, das Verständnis, dass man ein Teil der Natur ist – eben ein Nat(o)urist.

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